Flüchtlinge oder Geflüchtete? – Sie sind Menschen!

Es beschäftigt mich wie die Meisten schon seit einigen Wochen. Die Berichte in den Medien von der Not der Geflüchteten und von den rechten Attacken gegen Unterkünfte von Geflüchteten treiben mir die Zornesröte ins Gesicht.

Was haben wir Deutsche alles in Bewegung gesetzt als die Mauer fiel. Begrüßungsgeld und Solidaritätsbeitrag waren z. B. finanzielle Ausdrücke der Hilfe für den Osten unseres Landes. Behörden entsandten Mitarbeiter, um westliche Bürokratie und Sicherheitsstandards zu etablieren.

Nun benötigen Menschen unsere Hilfe, weil in ihrer Heimat Krieg herrscht oder sie politisch verfolgt werden.

Aber statt sie wie Mitmenschen zu behandeln und in ihrer Not abzuholen, werden sie zwielichtigen Schleppern überlassen, welche sie unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Europa bringen.

Doch es gibt auch einiges was mich hoffnungsvoll stimmt: Zum Beispiel die Hilfsbereitschaft der Frankfurter.

Aktuell geht die Stadtverwaltung davon aus, dass dieses Jahr 6000-7000 Geflüchtete nach Frankfurt kommen werden. 7-8% der Geflüchteten sind alleine reisende Mädchen. 15% sind alleine reisende Frauen. Beide Gruppen werden zunächst in kleinen Gruppen untergebracht, während alleine reisende Männer in Turnhallen untergebracht werden.

Die Geflüchteten kommen teilweise sehr traumatisiert hier an. Der psychosoziale Dienst des Gesundheitsamtes ist an der Grenze seiner Kapazität. Aber es fehlen nicht nur Psychologen sondern auch Räume, um Platz für Therapien zu haben.

Frankfurt fungiert zeitweise als Außenstelle für die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. Dies wird mindestens noch 7 Wochen dauern, bis die Erweiterung der Unterkünfte in Gießen fertig gestellt sind.

Ein Organisationsstab, bestehend aus den Leitern Frankfurter Ämter und Organisationen, tagt regelmäßig.  Die Trainingshalle der Sport-Universität wurde auf Initiative von Marcus Frank vom Land Hessen zur Verfügung gestellt. Die ehemalige Mensa der Goethe-Universität wurde der Stadt vom Land überlassen und wird von der städtischen ABG-Holding als Unterkunft saniert. Hierfür wendet die ABG eine sechsstellige Summe auf.

Ähnlich wie für Schul- und KiTa-Bauten werden auch für Flüchtlinge Unterkünfte gebaut. Die Nassauischen Heimstätten haben da konzeptionell schon viel Vorarbeit geleistet. Bei den Genehmigungsverfahren wird bei den Baubehörden das Baurecht sehr, sehr großzügig ausgelegt.

Die Mittel, welche die Bundesregierung nun für Flüchtlinge zu Verfügung stellt, gelten nur für finanzschwache Kommunen. Frankfurt bekommt keinen Cent. Dennoch wird ohne zögern gehandelt. Als Maxime für die Stadt Frankfurt gilt, feste Unterkünfte zu organisieren und keine Zelte. Auf Ausschreibungen bei notwendigen Beschaffungen wird von der Kämmerei verzichtet, damit schnell geholfen werden kann.

Um die ehrenamtliche Hilfe zu koordinieren und nicht ins leere laufen zu lassen, wurde die Webseite „Frankfurt-hilft.de eingerichtet. Die beiden Damen die sich um die Website „Frankfurt hilft“ kümmern arbeiten über ihre Kapazität hinaus und benötigen dringend personelle Unterstützung.

Auch viele Vereine engagieren sich für die Geflüchteten. Der Frankfurter Verein hat seine Satzung geändert, um sich auch um Flüchtlinge kümmern zu können. Einige Hilfsorganisationen organisieren als Träger die Unterkünfte in den Sporthallen.

Ich bin stolz auf Frankfurt und seine Bürger! Die Bereitschaft zur Hilfe ist so groß, dass die Helfer teilweise nach Hause geschickt werden müssen, bevor sie mit ihrem Engagement die eigene Gesundheit gefährden.

Über 800 Mitarbeiter der Frankfurter Ämter lassen ihre eigene Arbeit liegen, um die ehrenamtlichen Helfer abzulösen und die dringend nötigen Erholungspausen möglich zu machen. Die Stadträte bitten alle um Verständnis dafür, dass die Verwaltung deshalb wesentlich länger für ihre Arbeit benötigen als üblich.

Allerdings ist die Ankunft der Geflüchteten nicht die große Schwierigkeit für Frankfurt. Die Kommunen müssen vernünftig mit Geldern ausgestattet werden, um die Integration der Flüchtlinge solide zu betreiben. Denn die meisten Geflüchteten werden bleiben. Mir sind sie willkommen.

Lasst uns alle daran arbeiten, mit diesen zukünftigen Frankfurtern und ihrer Kultur Frankfurt zu bereichern.

 

Bis bald

 

Euer Herbert


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